Frisch Gepresst: Cage The Elephant

Am Ende ist es Alright

Auf Cage The Elephants fünftem Studioalbum "Social Cues" verarbeitet Leadsänger Matt Shultz die Trennung von seiner Ehefrau und die Schattenseiten der Berühmtheit.
Cage The Elephant - Social Cues

Schon Ende Januar hatten Cage The Elephant das erste Musikvideo für ihr neues Album „Social Cues“ veröffentlicht. Nach dem Video war klar, dass die neue Musik der Band düsterer werden würde. In dem Clip zur Single „Ready To Let Go“ steht Leadsänger Matt Shultz vor einer Art Altar, die Arme und das Gesicht voller Kunstblut. Er singt über die folgenschwere letzte Urlaubsreise mit seiner Ex-Ehefrau. Das Paar hatte sich während der vier Jahre, die seit dem Erfolgsalbum „Tell Me I’m Pretty“ vergangen sind, getrennt. Darüber hinaus hatte sich einer von Shultz‘ engsten Freunden das Leben genommen. Bei alledem hatten viele Menschen statt Verständnis nichts anderes zu sagen als: „Naja, zumindest bist du im Radio!“, wie er im Titelsong des Albums feststellt.

People always say: "Man, at least you're on the Radio".

Schmerzlich persönliche Texte

Das Motiv der Trennung und des Verlustes wird auch auf dem Rest des Albums immer wieder aufgegriffen. In „House Of Glass“ singt Shultz über seine Erfahrungen mit der Verarbeitung der Trauer. Es ist der härteste Song der Platte. Mit dem hohen Tempo, dem stetigen schnellen Beat und den rauen Gitarrenklängen erinnert der Sound an den Noiserock der ersten beiden Alben. „House Of Glass“ ist einer von vielen Titeln auf "Social Cues" in denen Shultz sein Leid so persönlich schildert, dass man fragen möchte: „Bist Du sicher, dass du mir das erzählen möchtest?“.

Zwischen Tanzfläche und Schlafzimmer

Cage The Elephant sind für ihre hemmungslosen Liveauftritte bekannt. So kann man sich bei einer Menge Songs die Moshpits und die tanzende Masse bereits ausmalen. Dazu gehören unter anderem der erste Track, „Broken Boy“ sowie „Tokyo Smoke“, ein weiterer bedrückender, aber energiegeladener Song.
Alle Songs des Albums sind melancholisch und entlassen Hörerinnen und Hörer mit Melodien, die hängenbleiben. Das größte Experiment stellt allerdings die Reggae-Rock-Mischung „Night Running“ gemeinsam mit Beck dar. Darüber hinaus ist der neue Stil von "Social Cues" eher eine interessante Mischung der Sounds der vergangenen Arbeiten der Band.

Wie schon auf den vorherigen beiden Alben beweist die Band aus Kentucky, dass sie neben tanzbaren Rockhits auch gefühlvolle Balladen hervorbringen kann. Das beste Beispiel dafür ist „Goodbye“, der Closer des Albums. Ein letztes Mal singt Matt Shultz über die vergangene Beziehung, dieses Mal allerdings ohne Wut oder Bitterkeit. Nach dem Schwermut der vorangegangenen Songs gelingt es ihm auf „Goodbye“ mit einer hoffnungsvollen Note zu enden: „It's alright, goodbye.“

Fazit

Cage The Elephant haben es geschafft auch auf ihrem fünften Studioalbum noch voller Energie und Leidenschaft zu klingen. Auf "Social Cues" vereinen sie den harten Rock-Sound ihrer frühen Werke mit den etwas sanfteren Klängen der beiden Vorgängeralben. Auch wenn sie dabei keine großen Experimente starten, fühlt sich das Album frisch und aussagestark an. Es sieht so aus, als ob Cage The Elephant nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre auch weiterhin das Potenzial besitzen, die aktuelle Rockmusik lebendig zu halten.

 

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Cage The Elephant: Social Cues

Tracklist:

1. Broken Boy

2. Social Cues

3. Black Madonna

4. Night Running

5. Skin And Bones

6. Ready To Let Go

7. House Of Glass

8. Love's The Only Way

9. The War Is Over

10. Dance Dance

11. What I'm Becoming

12. Tokyo Smoke

13. Goodbye

Erscheinungsdatum: 19.04.2019
RCA Records