Frisch Gepresst: White Lies

Vorsicht, catchy!

An einem passenden Titel für das neue Album können sich Bands schon Mal den Kopf zerbrechen. Auch White Lies hatten damit diesmal so ihre Schwierigkeiten, und haben es sich dann ganz einfach gemacht: Ihr fünftes Album heißt "Five".
Die White Lies versorgen uns wieder mit Songs zum Mitsingen.

Die neue Platte der White Lies, die am ersten Februar erschienen ist, trägt den Namen „Five“.
Ihr zweites selbst produziertes Album bezeichnet die Band selbst als Meilenstein in ihrer Geschichte. Nicht nur daran lässt sich erkennen, dass die Band anscheinend sehr überzeugt von ihrem neuesten Werk ist: Wie schon bei ihrem vierten Album, „Friends“ haben sie die Platte selbst finanziert und ohne Plattenlabel in Eigenregie produziert.

Wer das Album zum ersten Mal hört, bekommt den Eindruck, dass es nur für Live-Auftritte geschrieben ist. Bei mehreren Songs auf dem Album scheinen die White Lies nach großen Melodien fürs Stadion gesucht zu haben, und haben diese auch gefunden. Das Album schafft eine dichte Atmosphäre und liefert einen erbarmungslosen Ohrwurm nach dem anderen. Auch wenn die Hooks, wie in „Tokyo“, dann manchmal doch fast schon kitschig geraten:

Call Tokyo, Call New York. It’s just same but different, Love.

White Lies, Tokyo

In Sachen Sound passt das Album perfekt in die derzeitige 80s-Mania, ohne Teil von ihr zu sein – der Mix aus Gitarren- und Synthiepop gehört genauso seit Anfang an zum Sound der White Lies wie die tiefe Stimme von Leadsänger Harry McVeigh, die der Band gerade in ihrer Anfangsphase Vergleiche mit Joy Division einbrachte.

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Trotz der vielen einfachen, poppigen Melodien ist das Album keinesfalls plump: Im ersten Track, „Tie To Give“  zeigen die Briten in siebeneinhalb Minuten mit mehreren Tonartwechseln, dass sie mehr können als Stadionhymnen à la Coldplay. Das Herz des Albums bilden trotzdem Titel wie „Believe It“, „Denial“ und „Never Alone“. Die einfachen, eingängigen Melodien machen das Album gleich beim ersten Hören zugänglich und die Ohrwürmer beschäftigen einen auch nach dem Hören noch mehrere Stunden.

White Lies - Tokyo

Einen krassen Gegenpol zum restlichen Sound des Albums bildet der Song „Fire and Wings“, nicht nur, weil die Grundstimmung düsterer ist als im Rest des Albums. Anders als die restlichen Songs, die von optimistischen Synthiemelodien getragen werden, ist der Höhepunkt dieses Tracks ein hartes, druckvolles Gitarrenriff.

White Lies - Fire and Wings

„Five“ von den White Lies schafft es, direkt beim ersten Hören hängen zu bleiben. Die Briten haben das Zusammenspiel von Synthie- und Rocksounds gemeistert und liefern ein feines Pop-Album.

 

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Johann Neblig
06.02.2019 - 16:17
  Kultur

White Lies: Five

Tracklist:

1. Tie To Give

2. Never Alone

3. Finish Line

4. Kick Me

5.Tokyo

6. Jo?

7. Denial

8. Believe It

9.Fire and Wings

 

Erscheinungsdatum: 01.02.2019
PIAS Records