Spinnenseide für Implantate

Spinnen - die Helden der Medizin

Dass Spinnen nützlich gegen Fliegen sind, weiß man schon lange. Nun ist es aber offiziell: Spinnen haben besondere Gene, die Mediziner zu nutzen wissen. Dank ihrer Spinnenseide sollen künftig Implante vom menschlichen Körper besser angenommen werden.
Schon seit dem Mittelalter ist bekannt, dass Spinnenweben für die Medizin von Bedeutung sind.

Dr. Philip Zeplin von der Uniklinik in Leipzig erforscht seit 2008 die besonderen Fähigkeiten von Spinnenseide. Diese hat sich als besonders reißfest und gut verträglich für den menschlichen Körper herausgestellt. Warum diese Erkenntnis also nicht nutzen? Dr. Zeplin konnte nämlich im Labor nachweisen, dass Implantate, die mit der Spinnenseide beschichtet sind, sehr gut für die Humanmedizin geeignet sind. Implante ohne solche Beschichtung werden durch ihre wasserabweisenden Eigenschaften eher vom Körper abgestoßen. Das verursache Risiken und Schmerzen bei den Patienten.

Für dieses Projekt hat Dr. Zeplin nun sogar einen hochdotierten Forschungspreis erhalten. Zwar wird die endgültige Einführung des Verfahrens in den Alltag der Chirurgie noch einige Jahre dauern, dennoch kann eins schon jetzt gesagt werden: Die beschichteten Implantate zeigten keine Abstoßungsreaktionen und keine Entzündungen. Große Erfolgsaussichten für Spinnen.

Redakteurin Julia Grünwald im Interview mit Dr. Zeplin
RI spinnenweben
 

Kommentieren

Julia Grünwald
16.04.2014 - 23:10