Fachtagung Bildung

"Kultur macht stark"

Der Bund fördert seit zwei Jahren Projekte zur Unterstützung von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen. Am Freitag tagten in Leipzig Vertreter des Bundes und verschiedener Vereine, um das Programm zu evaluieren.
Fachtagung Leipzig
Fachtagung zum Bundesprogramm Bündnisse für Bildung

Bildung ist bekanntlich ein sehr kontroverses Thema. Besonders, wenn es darum geht, was der richtige Weg zu guter Bildung ist. Schwierig ist das oft auch bei Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen bildungsbenachteiligt sind. Auch sie sollen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung bekommen. Der Bund fördert seit zwei Jahren ein Programm, das sich genau damit beschäftigt. „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ heißt es und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Am Freitag fand in Leipzig eine Fachtagung statt, um eine Zwischenbilanz des Programms zu ziehen und Erfahrungen auszutauschen.

Wir fördern außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für benachteiligte Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren auf lokaler Ebene. Das BMBF stellt für dieses Programm insgesamt bis zu 230 Millionen Euro bereit.

Monika Bürvenich, Fachreferentin des Programms "Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung"

Die Maßnahmen müssen von Bildungskooperationen von mindestens drei Trägern durchgeführt werden. 4,5 Millionen Euro aus dem Programm flossen bereits nach Leipzig. An einigen Bündnissen in der Stadt ist das soziokulturelle Zentrum Villa Leipzig beteiligt. Dort wird zum Beispiel ein Projekt gefördert, dass Bands an Schulen unterstützt; ihnen Proberäume und Auftritte verschafft. Die Villa kann mit dem Geld des Programms Projekte finanzieren, die sonst nicht möglich wären. Auch, wenn der Geschäftsführer der Villa Leipzig, Oliver Reiner, auf die Gelder angewiesen ist, kritisiert er die Art der finanziellen Unterstützung. Da diese begrenzt und an bestimmte Projekte gekoppelt ist, sei es schwierig, langfristige Projekte zu entwickeln. Es sei keine effiziente Nutzung von Steuermitteln, wenn Projekte nach kurzer Zeit wieder in sich zusammenfallen.

Vielen Kindern und Jugendlichen wird geholfen

Zumindest kurzfristig profitieren aber insgesamt 44 Bündnisse in Leipzig von den Fördergeldern. Sandra Hoffman-Trepák produziert eigentlich pädagogische Spielmittel. Zusammen mit Hjördis Baacke veranstaltet sie in Freizeittreffs Fotoprojekte. Die Kinder und Jugendlichen können sich dort künstlerisch mit ihrem Stadtteil auseinandersetzen. On My Mind heißt das Projekt, das in Leipzig schon sehr populär geworden ist. Manchmal fragt sich Sandra Hoffman-Trepák wie nachhaltig ihre Arbeit mit den Kindern ist:

Was die bräuchten, wäre Kleidung, wäre ein ordentliches Essen. Wenn wir dann aber erleben, dass die Kinder von Anfang an mit Begeisterung bei dem Projekt dabei sind, dann ist das für uns schon Bestätigung, dass das gebraucht wird, dass das sinnvoll ist, was wir da machen.

Sandra Hoffman-Trepák, Co-Initiatorin des Foto-Projekts "On My Mind"

Die beiden Frauen planen schon für die nächsten Jahre und sind zuversichtlich, genügend Gelder für ihre Projekte zu bekommen. Ob diese allerdings auch nach 2017 vom Bund gefördert werden, das entscheidet die derzeit laufende Evaluation des Programms.

 

Bündnisse für Bildung, ein Beitrag von Tammo Walter
 
 

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