Gespräche auf dem Roten Sofa

Der Name der Wespe

Michael Ohl ist Biologe und beschäftigt sich in seinem Buch „Die Kunst der Benennung“ mit der Namensgebung neu aufgefundener Tier- und Pflanzenarten. Einige Lebewesen werden nach Popstars benannt, andere nach Fantasyfiguren.
Michael Ohl zu Gast auf dem Roten Sofa
Michael Ohl (rechts) zu Gast auf dem Roten Sofa

Am Berliner Museum für Naturkunde gibt es rund 500 Namensgebungen im Jahr – so viele neue Tier- und Pflanzenarten werden allein von den dortigen Wissenschaftlern entdeckt und müssen mit einer Bezeichnung versehen werden. Unter ihnen ist auch Michael Ohl, der Biologe und Taxonom beschäftigt sich hauptsächlich mit Wespen. Bei deren Benennung geht er eher „konservativ“ vor – anders als Kollegen, die Tiere oder Pflanzen nach Berühmtheiten wie Loriot oder Nina Hagen bezeichnen.

Sprachliche Schönheiten

Für Ohl ist die Benennung einer Art das „Sahnehäubchen der trockenen Wissenschaft“, da die Namensgebung im Anschluss an die wissenschaftliche Arbeit geschehe und damit die kreative Krönung der Forschung sei. Dadurch entstünden „sprachliche Schönheiten“. In seinem Buch „Die Kunst der Benennung“ hat er sich auf die Spur dieser Schönheiten begeben und Anekdoten rund um die Taxonomie zusammengetragen. Natürlich bleibt diese ein Nischenthema, dessen Bedeutung nicht immer ganz klar wird. Aber Ohl schafft es, den Leser zu überzeugen, denn er berichtet nicht einfach aus ihrer Geschichte, sondern erzählt sie lebendig, sodass ihm die Freude an diesem Thema anzumerken ist.

Fiktive Kröten

Im Gespräch auf dem Roten Sofa verriet er, wie die Namen für neu entdeckte Arten vergeben werden, welche fiktive Kröten-Art sich Amphibien-Forscher ausgedacht haben und wer dafür verantwortlich ist, dass eine Wespe nach einem Harry-Potter-Monster benannt wurde.

mephisto 97.6-Redakteur Julien Reimer im Gespräch mit Michael Ohl auf dem Roten Sofa.
Michael Ohl
 

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"Die Kunst der Benennung" von Michael Ohl, erscheint bei Matthes & Seitz Berlin, 29.90 €